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22/12/2014

GER - Advent in Kamerun

2014-12-21 GER

Für die Christen in Kamerun, die etwa ein Drittel der Bevölkerung ausmachen, ist die Vorbereitung auf Weihnachten sehr wichtig, erklärt Theodore Bongmoyong. Dabei steht die Versöhnung mit Gott und den Mitmenschen an erster Stelle, damit man wirklich bereit ist, Jesus an Weihnachten zu empfangen.

 

Ich komme aus Kumbo in Kamerun. „Bald kommt Weihnachten“, hört man bei uns
im Advent auf allen Straßen. Während jedoch die Christen den Ruf Johannes des Täufers nach Umkehr ernst nehmen und ihre Beziehung zu Gott durch Gebet und Beichte erneuern, bereiten sich die anderen auf eine große Party vor. Viele arbeiten in der Adventszeit mehr, um sich das Weihnachtsfest leisten zu können. Denn neben gutem Essen wird in Kamerun zu Weihnachten auch viel Wert auf Mode gelegt. So ist es üblich, sich für Weihnachten etwas neues zum Anziehen zu kaufen.

Dementsprechend geschäftig ist das Treiben in den Straßen und auf dem Marktplatz und das, obwohl die Preise in dieser Zeit immer ansteigen. Auch die muslimischen Bewohner versuchen sich in das Weihnachtsfest zu integrieren. Mein Opa, zum
Beispiel, ist muslimischen Glaubens, und er feiert Weihnachten immer mit uns
und bringt sogar noch ein paar Freunde mit. Genauso laden Muslime uns zu
ihren Festen ein.

In der Adventszeit geschieht in Kamerun alles im Hinblick auf Weihnachten. Wir haben keine besonderen Veranstaltungen oder Feste in dieser Zeit. Ich bin nun seit gut einem Jahr in Deutschland und finde es schön, dass hier am sechsten Dezember Nikolaus gefeiert wird, es Weihnachtsmärkte und Adventskränze gibt. Das hätte ich in Kamerun auch gerne. Wenn jede Woche eine Kerze mehr angezündet wird und das Licht immer mehr zunimmt, kann mit den Menschen über das eigentliche Licht sprechen, Jesus Christus.

Wir haben in der Advents- und Weihnachtszeit Trockenzeit, das bedeutet schönes Wetter und Temperaturen um die 20 Grad. Letztes Jahr war das natürlich eine Umstellung für mich. Ich war noch nie zuvor an einem Ort, an dem es so kalt war. Auf Schnee an Weihnachten habe ich aber umsonst gewartet.

Das Lied, das ich mir ausgesucht habe, liebe ich. Es ist aber auch sehr beliebt in meiner Diözese. Es heißt: „I have come that you may have life“. Es ist ein Lied, das große Hoffnung in sich trägt. Es kam einmal vor, dass die ganze Ernte in meiner Heimat durch Insekten zerstört wurde und die Menschen sich daraufhin zum Gebet getroffen haben. Während des Gebetes wurde genau die Stelle in der Bibel aufgeschlagen, in der Jesus sagt: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben“ (Joh 10,10). Es hat die Menschen in dieser schweren Zeit ermutigt. Wir singen dieses Lied in Kamerun sehr
häufig in der Weihnachtszeit.


Theodore Bongmoyong kommt aus Kamerun, aus der Stadt Kumbo und ist 26
Jahre alt.

Text: Regina Maria Schwarz

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